Machbarkeitsstudie für die Beseitigung von Wanderhindernissen im Bereich des Gutes Eggermühlen, Gemeinde Eggermühlen, Landkreis Osnabrück; Wasserkörper-Nr. 02061 „Eggermühlenbach“

Die oberirdischen Gewässer im Einzugsgebiet der Hase befinden sich in der Regel nicht mehr in ihrem natürlichen Zustand. Bauliche Veränderungen der Gewässer, um Sicherheits- und Nutzungsinteressen zu verwirklichen, haben oftmals die Gewässerstrukturen, das Gewässerbett sowie die Auen erheblich verändert. Die gewässertypischen Funktionen sind in diesem Zusammenhang an vielen Stellen im Gewässersystem der Hase verloren gegangen.
Besonders im 20. Jahrhundert hat die Bewirtschaftung von Gewässern durch den Menschen beispielsweise in Form von Verrohrung, Kanalisierung und Begradigung oder durch die Einleitung schädlicher Stoffe, dazu geführt, dass sich der Zustand der Gewässer ökologisch erheblich verschlechtert hat.
In den letzten Jahrzehnten hat ein Umdenken dahingehend stattgefunden, die veränderten Strukturen der Gewässer zu renaturieren, also annährend in einen einstigen natürlichen Zustand zurückzuführen. Dabei sind die vorhandenen Funktionen der Gewässer, wie die Entwässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen sowie von Siedlungs- und Industriegebieten, zu berücksichtigt worden.
Insbesondere für das Gut Eggermühlen kommt zudem die vorhandene Wasserhaltung hinsichtlich der Gebäudesicherung- und erhaltung eine große Rolle zu.

eggermuehlenbach-uebersichtsplan

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Wasserkörper 02061 gehört das Gewässer II. Ordnung „Eggermühlenbach“, für die der Unterhaltungsverband Nr. 97 „Mittlere Hase“ unterhaltungspflichtig ist.
In der Gewässerallianz Niedersachsen wird der Mühlenbach aufgrund des hohen biologischen Potentials als Schwerpunktgewässer geführt.
Für die Erreichung des guten ökologischen Potentials hat der 2013 aufgestellte GEPL als wesentliches Förderkriterium die Grundlage für eine zielgerichtete, ökologische Entwicklung des in Rede stehenden Gewässers dar.
Die Beseitigung von Wanderhinderissen wurde als vordringliches Erfordernis definiert.
Insbesondere im Hinblick auf die fehlende biologische Durchgängigkeit im Bereich des Gutes Eggermühlen weist der Eggermühlenbach ein erhebliches, ökologisches Defizit auf.
Für die Schaffung der biologischen Durchgängigkeit des großen Querbauwerkes mit Sandbank an der Wösteneschmühle und die unterbrochene Durchgängigkeit im Bereich der Gutanlage ist eine umfangreiche Machbarkeitsstudie mit Detailplanungen erforderlich.

Absturz im Auslauf des Sandfanges, Fotos: DVH, 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Absturz im Auslauf des Sandfanges, Fotos: DVH, 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sandfang und Wasserhaltung (Mühlenteich) an der Wösteneschmühle, Fotos: DVH, 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sandfang und Wasserhaltung (Mühlenteich) an der Wösteneschmühle, Fotos: DVH, 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Talgraben als pot. Umgehungsgerinne und Beginn der Zuleitung zum Gut, Fotos: DVH 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Talgraben als pot. Umgehungsgerinne und Beginn der Zuleitung zum Gut, Fotos: DVH 2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Machbarkeitsstudie soll durch ein geeignetes Fachbüro erarbeitet und durch den Dachverband Hase koordiniert und begleitet werden.
Bei Vorhandensein einer derartigen und im Ergebnis positiv bewerteten Studie hat der Landkreis Osnabrück bereits signalisiert, die Eigenanteile für die Maßnahmenumsetzung bereitzustellen (Ersatzgeld etc.).
Ziel der beantragten Maßnahme ist die Erarbeitung einer Machbarkeitsstudie als Grundlage für einen wasserrechtlichen Entwurf. Dabei sollen sowohl die technischen Erfordernisse dargestellt wie auch die Kosten für die Herstellung der Durchgängigkeit ermittelt werden.
Dabei wird es erforderlich sein, die Gewässerfunktionen sowie die Beibehaltung einer ausreichenden Vorflut für die Land- und Forstwirtschaft zu berücksichtigen.
Insbesondere die notwendige Wasserhaltung für das Ensemble des denkmalgeschützten Gutes Eggermühlen ist von besonderer Wichtigkeit.

Die Kosten für die Machbarkeitsstudie werden mit 11.900,00 € veranschlagt.

Mit Bescheid vom 14.11.2016 hat die Zuwendungsstelle des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz die Kosten für die Erstellung der Machbarkeiststudie in Höhe von 11.900,00 € bewilligt. Im Rahmen einer freihändigen Vergabe sind am 04.01.2017 drei geeignete Büros aufgefordert worden auf Grundlage eines erstellten Leistungsverzeichnisses ein Angebot bis zum 23.01.2017 abzugeben. Dabei sind zwei Angebote fristgerecht eingereicht worden, wobei das Angebot über 11.620,35 € als das Wirtschaftslichste  definiert worden ist. Mit Schreiben vom 07.02.2017 wurde der Auftrag für die Erstellung der Machbarkeitsstudie erteilt.  Die Machbarkeitsstudie liegt nunmehr vor.

 

 

Eggermühlenbach: Beseitigung von Wanderhindernissen im Bereich des Gutes Eggermühlen
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